
Theme of the Day: Mozal Aluminium smelter to be mothballed (de)

Die Aluminiumhütte Mozal in Mosambik, mit einer Kapazität von 575.000 t pro Jahr, soll ab dem 15. März 2026 in den Zustand der Erhaltung und Wartung (care and maintenance) versetzt werden. Grund dafür ist das Scheitern der Verhandlungen über einen neuen Stromliefervertrag über den März 2026 hinaus. Der Mehrheitseigentümer South32 gab bekannt, dass trotz Gesprächen mit der Regierung, dem Energieerzeuger Hidroeléctrica de Cahora Bassa (HCB) und dem südafrikanischen Versorger Eskom keine Einigung über eine ausreichende und bezahlbare Stromversorgung erzielt werden konnte. Mozal befindet sich in der Nähe von Maputo und produziert hochwertiges Primäraluminium für den Inlandsmarkt und den Export. An der Hütte hält South32 63,7 %, die Industrial Development Corporation of South Africa Limited 32,4 % und die Regierung von Mosambik 3,9 %. South32 rechnet mit einmaligen Kosten für die Stilllegung in Höhe von ca. 60 Mio. $, die unter anderem Abfindungen für Mitarbeiter und die Beendigung von Verträgen mit Dienstleistern umfassen. Die laufenden jährlichen Kosten für die Instandhaltung werden auf etwa 5 Mio. $ geschätzt. Die Tonerde aus der Worsley-Raffinerie von South32, die bisher für Mozal bestimmt war, soll künftig an Drittkunden verkauft werden. Dem Betrieb gingen zudem essenzielle Rohstoffe wie Koks und Pech aus; selbst ein sofortiger neuer Stromvertrag käme zu spät, um die Produktion unterbrechungsfrei aufrechterhalten zu können. Die Stilllegung von Mozal hat direkte Auswirkungen auf die Aluminiumindustrie der EU, da der Großteil der Exporte nach Europa geht. Im Jahr 2024 entfielen auf die Niederlande 34 %, auf Italien 30 % und auf Deutschland 9 % der mosambikanischen Exporte von Rohaluminium. Dies unterstreicht die Bedeutung Mosambiks für die EU, die bei Primäraluminium weiterhin stark auf Importe angewiesen ist. Der kurzfristige Ausblick für die weltweite Produktion wird durch die Kapazitätsgrenze Chinas von 45 Mio. t geprägt, was kaum Raum für eine weitere Produktionsausweitung lässt. China bleibt somit ein Nettoimporteur. In Europa haben zwar einige Wiederinbetriebnahmen begonnen, doch erhebliche Kapazitäten (über 1 Mio. t pro Jahr) bleiben infolge der Energiekrise weiterhin offline. Unterdessen ist die Projektpipeline im Rest der Welt (ROW) dünn gesät. Viele Vorhaben befinden sich noch in der Machbarkeitsphase, darunter ein Projekt von Century Aluminum in den USA und eine geplante Hütte von Arctial in Finnland. Kurzfristig werden Kapazitätserweiterungen vor allem aus Indonesien und Indien kommen. Indonesisches Angebot: Das Tempo und die Kapazität indonesischer Projekte stehen im Fokus. Attraktive Margen durch niedrige Tonerdpreise und hohe Aluminiumpreise locken verstärkt chinesische Investitionen an. Indonesien plant den Aufbau von insgesamt 13 Mio. t Jahreskapazität, wobei bis 2026 etwa 1,7 Mio. t und bis 2030 kumuliert 5 Mio. t erwartet werden. Chinas Engagement in Indonesien dient auch der Sicherung des Zugangs zu Bauxit, um die Abhängigkeit von Importen aus Guinea zu verringern.



